Kongress „Grundschule als Lern- und Lebensort für alle Kinder“

Pestalozzi-Halle Graben-Neudorf 20. Mai 2019

Der Landesschulbeirat und die Gesellschaft für Bildung Baden-Württemberg e.V. in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport veranstalten einen Kongress für Lehrkräfte an Grundschulen mit dem Ziel, Erfolgs- und Qualitätsfaktoren für gelingende Bildungs- und Erziehungsarbeit in der Grundschule zu identifizieren und Modelle für die Praxis aufzuzeigen.

„Für die Kleinsten die Besten, dieser Grundsatz muss für die Grundschule gelten“, so Ingeborge Schöffel-Tschinke, die langjährige Vorsitzende des Landesschulbeirates und der Gesellschaft für Bildung. Die Kultusverwaltung Baden-Württemberg musste bei den letzten bundesweiten Schulleistungsuntersuchungen zur Kenntnis nehmen, dass die Schülerinnen und Schüler von einem Spitzenplatz ins Mittelfeld abgerutscht sind. Einen Beitrag zur Qualitätsoffensive soll der Grundschulkongress in Graben-Neudorf leisten, bei dem Fachleute aus Wissenschaft und Praxis sich damit auseinandersetzen, wie es gelingen kann, allen Kindern von Anfang an eine ihrem individuellen Lernpotenzial entsprechende Bildung und gelingende Schullaufbahn zu ermöglichen.

Kinder wollen lernen. Sie sind neugierig und wissbegierig. Sie wollen herausgefordert werden. Wie sieht eine ganzheitliche Bildung aus, die tragfähige Grundlagen für Lesen, Rechnen unSchreiben legt und an die individuellen Lernvoraussetzungen der Kinder anknüpft? Kinder sollen sich als erfolgreich erleben, ihre Lernfreude und Motivation soll erhalten, soziale Kompetenzen sollen gefördert werden.

Ziel des Kongresses ist es, Gelingensfaktoren für die kindliche Entwicklung und Bildung in der Grundschule in den Blick zu nehmen. Insbesondere die Heterogenität in den Klassen und der hohe Erwartungsdruck stellen veränderte Anforderungen an Lehrkräfte und damit auch an die Lehrerbildung. Im Mittelpunkt des Kongresses stehen die Fragen, was Grundschule leisten muss, wo sie steht und wie sie sich in Zukunft entwickeln muss. In der Grundschule wird das Fundament für lebenslanges Lernen geschaffen, getreu dem alten Spruch, was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.

Die soziale Zusammensetzung in den Schulen hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Wie müssen Unterstützungssysteme und Rahmenbedingungen aussehen, damit dem Anspruch jedes Kindes auf Entwicklung seines Potenzials, unabhängig von Herkunft und sozialer Zugehörigkeit, entsprochen werden kann? Kann diesem Anspruch in Ganztagsschulen besser entsprochen werden? Wie finden Kinder ein positives Selbstkonzept? Wie erfahren sie, dass Lernen etwas Positives ist, dass sie es bewältigen können? Diese Fragen sollen gemeinsam diskutiert werden.