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Friesenheim, den 15. Juli 2019

 

PRESSEMITTEILUNG

Landeschulbeirat begrüßt die zügige Umsetzung des Digital Paktes Schule
Gleichbehandlung aller Schularten gefordert

„Mit den rund 650 Millionen Euro, die aus dem Finanzhilfetopf des Bundes auf Baden-Württemberg entfallen, können die Schulen zügig aufgerüstet werden“, stellt Ingeborge Schöffel-Tschinke fest, die Vorsitzende des Landesschulbeirates Baden-Württemberg (LSB).

Die digitale Infrastruktur der Schulen muss dringend flächendeckend auf einen Mindeststandard gebracht werden, damit ein zeitgemäßer Unterricht und vor allem die Umsetzung der Leitperspektive Medienbildung des seit 2016 geltenden Bildungsplanes möglich sind. Dort wird eindeutig formuliert, dass die Schülerinnen und Schüler „den neuen Anforderungen sowie den Herausforderungen dieser Mediengesellschaft selbstbewusst und mit dafür erforderlichen Fähigkeiten begegnen können.“ Um dies sicherstellen zu können, müssen alle Schulen in der Realität ankommen, in der die Kinder und Jugendlichen schon längst leben. 

Der LSB hält es für sinnvoll, dass die Mittel für mobile Endgeräte erst dann eingesetzt werden dürfen, wenn die Schule über die notwendige Infrastruktur verfügt (Schulnetz, Server …), so dass tatsächlich qualifizierter Unterricht möglich ist. Allerdings muss auch die Fortbildung der Lehrkräfte, z.B. im Umgang mit digitalen Arbeitsgeräten wie z.B. interaktiven Tafeln, schnell und umfassend ausgebaut werden.

Bedenken äußert der LSB, dass die Zuweisung an die Schulträger, die auf der Grundlage der Schülerzahlen festgelegt wird, nicht für alle Schularten gleich gehandhabt wird. Für alle Schularten gilt der Faktor 1,0, allein bei den Primarschulen wird Faktor 0,7 zugrunde gelegt.

Da vor dem Bildungsplan 2016 in den Grundschulen keine Verpflichtung zum Einsatz neuer Medien verankert war, sind diese Schulen sehr unterschiedlich ausgestattet und haben zum Teil großen Nachholbedarf gegenüber den weiterführenden und den beruflichen Schulen. Die Mitglieder des LSB halten es für ein fragwürdiges Signal, wenn der Eindruck erweckt wird, an den Grundschulen reiche eine Medienbildung „light“. Man kann über den Einsatz digitaler Medien an den Grundschulen unterschiedlicher Meinung sein, Tatsache ist, dass die Kinder tagtäglich damit umgehen und konfrontiert sind und die Schule darauf eine angemessene Antwort finden muss.

 

 

 

  

 

Grundschulkongress ein voller Erfolg!

Über 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer beschäftigen sich mit den Voraussetzungen zeitgemäßer Grundschularbeit

 

Ingeborge Schöffel-Tschinke
Vorsitzende des Landesschulbeirates und der Gesellschaft für Bildung e.V.
 
weist in Ihrer Begrüßung darauf hin, dass die Grundschule in diesem Jahr ihren 100. Geburtstag feiert. Im Artikel 146 der Weimarer Verfassung wurde festgelegt, "auf einer für alle gemeinsamen Grundschule baut sich das mittlere und höhere Schulwesen auf." Dass dieses Fundament stabil und sicher ist, ist ein wichtiges Anliegen des Landesschulbeirates.
 
 

 Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann

betont in ihrer Rede die zentrale Rolle der Grundschule für passgenaue Bildungsbiographien aller Kinder, unabhängig von der sozialen Herkunft.
Die Aufgaben der Grundschule sind vielseitig und komplex, entsprechend anspruchsvoll ist die Arbeit der Lehrkräfte. Die Ministerin sichert zu, dass ihr die Verbesserung der Rahmenbedingungen an den Grundschulen ein Anliegen ist.
 
Für den Bericht im kraichgau-tv klicken Sie hier
Für Impressionen vom Kongress klicken Sie bitte hier

 

PRESSEMITTEILUNG

Kongress „Grundschule als Lern- und Lebensort für alle Kinder“
Pestalozzi-Halle Graben-Neudorf 20. Mai 2019

Der Landesschulbeirat und die Gesellschaft für Bildung Baden-Württemberg e.V. in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport veranstalten einen Kongress für Lehrkräfte an Grundschulen mit dem Ziel, Erfolgs- und Qualitätsfaktoren für gelingende Bildungs- und Erziehungsarbeit in der Grundschule zu identifizieren und Modelle für die Praxis aufzuzeigen.

 „Für die Kleinsten die Besten, dieser Grundsatz muss für die Grundschule gelten“, so Ingeborge Schöffel-Tschinke, die langjährige Vorsitzende des Landesschulbeirates und der Gesellschaft für Bildung. Die Kultusverwaltung Baden-Württemberg musste bei den letzten bundesweiten Schulleistungsuntersuchungen zur Kenntnis nehmen, dass die Schülerinnen und Schüler von einem Spitzenplatz ins Mittelfeld abgerutscht sind. Einen Beitrag zur Qualitätsoffensive soll der Grundschulkongress in Graben-Neudorf leisten, bei dem Fachleute aus Wissenschaft und Praxis sich damit auseinandersetzen, wie es gelingen kann, allen Kindern von Anfang an eine ihrem individuellen Lernpotenzial entsprechende Bildung und gelingende Schullaufbahn zu ermöglichen.
Kinder wollen lernen. Sie sind neugierig und wissbegierig. Sie wollen herausgefordert werden. Wie sieht eine ganzheitliche Bildung aus, die tragfähige Grundlagen für Lesen, Rechnen unSchreiben legt und an die individuellen Lernvoraussetzungen der Kinder anknüpft? Kinder sollen sich als erfolgreich erleben, ihre Lernfreude und Motivation soll erhalten, soziale Kompetenzen sollen gefördert werden.
 Ziel des Kongresses ist es, Gelingensfaktoren für die kindliche Entwicklung und Bildung in der Grundschule in den Blick zu nehmen. Insbesondere die Heterogenität in den Klassen und der hohe Erwartungsdruck stellen veränderte Anforderungen an Lehrkräfte und damit auch an die Lehrerbildung. Im Mittelpunkt des Kongresses stehen die Fragen, was Grundschule leisten muss, wo sie steht und wie sie sich in Zukunft entwickeln muss. In der Grundschule wird das Fundament für lebenslanges Lernen geschaffen, getreu dem alten Spruch, was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. 
Die soziale Zusammensetzung in den Schulen hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Wie müssen Unterstützungssysteme und Rahmenbedingungen aussehen, damit dem Anspruch jedes Kindes auf Entwicklung seines Potenzials, unabhängig von Herkunft und sozialer Zugehörigkeit, entsprochen werden kann? Kann diesem Anspruch in Ganztagsschulen besser entsprochen werden? Wie finden Kinder ein positives Selbstkonzept? Wie erfahren sie, dass Lernen etwas Positives ist, dass sie es bewältigen können? Diese Fragen sollen gemeinsam diskutiert werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

Festakt anlässlich des 65-jährigen Bestehens des Landesschulbeirats

13. Dezember 2018

 Haus der Wirtschaft

           

Ingeborge Schöffel-Tschinke, Vorsitzende des Landesschulbeirats und Ministerialdirigent Vittorio Lazaridis
                     
Für die Rede der Vorsitzenden klicken Sie bitte hier                           

Bilder: Kultusministerium und L

 

 

  Sitzung  des 22. Landesschulbeirats  am 12. Juli 2018 in Lahr -

Kaufmännische Schule/Integriertes Berufliches Gymnasium

Rückblick

 

Zur letzten Sitzung in diesem Schuljahr verließ der LSB seinen üblichen Sitzungsort im Kultusministerium und bearbeitete das Thema „Berufliche Schulen“ vor Ort in einer beruflichen Schule mit vielseitigem und zukunftsorientiertem Profil. Zu der öffentlichen Sitzung waren auch Interessierte aus Schulen und Elternschaft aus der Region eingeladen.

In seinem Grußwort betonte Staatssekretär Volker Schebesta die große Bedeutung des beruflichen Schulwesens für den Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg.

Sechs Referate mit unterschiedlichen Schwerpunkten beleuchteten die Situation an den beruflichen Schulen und zeigten die notwendigen Schritte auf, um die Berufsausbildung in Baden-Württemberg auf ihrem hohen Niveau zu halten und „zukunftsfest“ zu machen.

Deutlich wurde, dass die beruflichen Schulen in ihrer Vielseitigkeit in der Lage sind, junge Menschen unterschiedlichster Begabungen in die Arbeitswelt zu führen, dass aber andererseits auch zu viele unter den Jugendlichen sich zu lange in unterschiedlichen Schulen aufhalten, bis sie den Schritt in die Ausbildung wagen. Es wird in der öffentlichen Diskussion um Abiturientenquoten zu wenig wahrgenommen, dass die Mehrheit eines Jahrganges immer noch über die duale Ausbildung in die Berufstätigkeit einsteigt und dort hervorragende Chancen hat, eine maßgeschneiderte Bildung und Ausbildung zu bekommen.

Im ersten Referat über das Duale Berufskolleg für Abiturientinnen und Abiturienten von Studiendirektorin Annette Bühler, KS/IGB Lahr, wurde in beeindruckender Weise aufgezeigt, dass die Kombination aus Theorie an der Schule und praktischer Umsetzung im Betrieb einschließlich weltweiter Auslandspraktika eine gute Möglichkeit ist, vom ersten Ausbildungstag an in die berufliche Realität einzutauchen.

Das KMK-Papier „Berufliche Schulen 4.0“ stellte Studiendirektor Arno Limmeroth, Kultusministerium, vor. Dieses Konzept ruht auf den drei Säulen Innovationskraft stärken – Integrationsleistung der beruflichen Bildung erhöhen – Qualität der beruflichen Schulen weiterentwickeln. Die Berufsbildung ist ein Schlüssel sowohl zur persönlichen Entwicklung als auch zur Teilhabe und Mitgestaltung der Arbeitswelt und Gesellschaft in sozialer, ökonomischer und ökologischer Verantwortung. Dieses Zitat aus dem Vorwort der Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann zeigt die große Spanne der Aufgaben, die auf die berufliche Bildung zukommen.

Johannes Krumme, Südwestmetall, Geschäftsführer „Schule-Wirtschaft“ betonte den hohen Stellenwert der Berufsorientierung an allen Schulen. Frühe Kontakte mit der Arbeitswelt, die Schule – Wirtschaft in vielen Projekten ermöglicht, helfen den jungen Menschen bei der Entscheidung für eine Ausbildung und tragen dazu bei, dass weniger Warteschleifen in unterschiedlichen Schulen gedreht werden, weil die Schülerinnen und Schüler sich unsicher fühlen beim Schritt aus der Schule heraus.

Faszinierende Beispiele aus der Arbeit eines mittelständischen EDV Anbieters stellte Tobias Lachmann von Schrempp EDV GmbH in Lahr vor. Über die Entstehung von maßgeschneiderten EDV Lösungen für Betriebe bis zu Beispielen für die Arbeit mit virtual reality brillen und die Kommunikation mit dem Sprachassistenten Alexa zeigte er auf, wie die Digitalisierung Arbeitswelt und Alltagsleben verändert. Dabei wurde dem Publikum auch deutlich gemacht, dass sich niemand aus diesem Prozess ausklinken kann und das lebenslange Lernen eine unverzichtbare Fähigkeit ist für das Bestehen in einer sich rasant verändernden Berufswelt.

In ein Praxisbeispiel führten Studiendirektor Thomas Hindermann, Kultusministerium,  und Oberstudienrat Christian Hatt, KS/IGB Lahr, ein. Die am Schulversuch teilnehmenden Schulen statten über drei Jahre hinweg jeweils eine oder mehrere Klassen mit Tablets aus und entwickeln und erproben pädagogische Konzepte, insbesondere unter dem Aspekt der individuellen Förderung. Kultusministerium und Schulträger unterstützen den seit 2015/16 laufenden Schulversuch mit rund 5 Millionen Euro, erprobt wird an insgesamt 40 beruflichen Schulen mit bis zu 5400 Schülerinnen und Schülern. Die Entwicklung geeigneter pädagogischer Konzepte wird zwar durch Fortbildung und wissenschaftliche Begleitung unterstützt, fordert aber von den beteiligten Lehrkräften ein hohes Maß an Engagement und Eigeninitiative, wie aus dem Referat deutlich wurde.

Bei ihrem Dank an alle Beteiligten brachte die Vorsitzende des LSB, Ingeborge Schöffel-Tschinke, ihre Hoffnung zum Ausdruck, dass es Folgeveranstaltungen auch in anderen Regionen geben wird, in denen in ähnlicher Breite aufgezeigt wird, welche Kompetenzen im Land Baden-Württemberg gerade auch abseits der Ballungszentren vorhanden sind.

 Bildquelle: Homepage der KS/IGB Lahr

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 





 Letzte Änderung: 1. Februar 2019